Ursachen

Schuppenflechte-Ursache:Warum ausgerechnet ich?

Als Schuppenflechte-Ursache gilt ein Zusammenspiel von zwei Faktoren: Eine genetische Veranlagung sowie bestimmte Auslöser wie Stress, Infekte und mechanische Reize auf der Haut. Die Krankheit tritt allerdings nicht bei jedem auf, der die Veranlagung hat.

Vollends gelüftet sind die Ursachen noch nicht. Doch immer sind sowohl Gene als auch Auslöser an der Entstehung der Hautkrankheit beteiligt - dabei kommt es zu einer Art Autoimmunreaktion: Die Körperabwehr richtet sich gegen gesunde Hautzellen, die sich daraufhin entzünden und mit übermäßigem Wachstum reagieren.

Was ist die Ursache der Schuppenflechte? Nach Antworten forschen Wissenschaftler seit 2500 Jahren. Heute wissen sie: Die Neigung zu erkranken liegt in der genetischen Veranlagung - nicht aber die Krankheit selbst. Für einen Ausbruch sorgen bestimmte Auslöser. Erst wenn sie ins Spiel kommen, beginnen die Hautzellen damit, sich zu entzünden und unkontrolliert zu vermehren.

Warum ausgerechnet ich?

Diese Frage stellt sich jeder, der an den rötlich-entzündeten Hautstellen mit silbrigen Schuppen leidet.

Wenn die Beschwerden das erste Mal auftauchen, meist aus heiterem Himmel, beginnt auch die Suche nach der Schuppenflechte-Ursache. Nach den Gründen dafür, dass der eigene Körper an einigen Stellen die Haut entzündet und immer neue Hautzellen bildet. Dabei ist die Haut an sich gesund.

Was also ist los in meiner Haut?

Betroffene sollten wissen: Mit ihrer Frage nach dem Warum stehen sie nicht allein. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an der chronischen Hautkrankheit, weltweit sind es 125 Millionen.

Darunter Berühmtheiten wie der 2009 verstorbene US-Schriftsteller John Updike, der sich in seinem Werk intensiv mit den schwerwiegenden Folgen seiner Erkrankung auseinandersetzte. Oder die Schauspielerin Romy Schneider, ihr Kollege Sky du Mont, der Politiker Winston Churchill, die Sängerin Britney Spears, der Musiker Art Garfunkel, die Pop-Ikone Cyndi Lauper, der US-Fernsehstar Kim Kardashian und das Fotomodell Cara Delevingne.

Klar ist: Sie alle können sich nicht angesteckt haben. Denn Psoriasis - so der medizinische Name - wird nicht per Infektion übertragen. Als direkte Schuppenflechte-Ursache kommen weder Bakterien noch Viren, weder Parasiten noch Pilze infrage.

Die Schuppenflechte-Ursache steckt in den Betroffenen selbst: Das Immunsystem spielt verrückt, auf einen auslösenden Reiz hin beginnt es einen Kampf, der nicht mehr stoppt..

Seit der berühmte griechische Arzt Hippokrates die Krankheit um 460 v. Chr. das erste Mal beschrieb, versuchen Mediziner, das Geheimnis ihrer Entstehung zu lüften.

Heute wissen sie zwar längst noch nicht alles über die Schuppenflechte-Ursachen. Was in der betroffenen Haut vorgeht, lässt sich jedoch dank moderner wissenschaftlicher Methoden beobachten:

  • Auf einen Reiz hin kommt es in der Haut zu einer Entzündungsreaktion, mit der das Immunsystem versucht, Schäden zu reparieren oder Eindringlinge zu bekämpfen. Dadurch entsteht die typische entzündliche Hautrötung.
  • Beim Versuch des Körpers die entzündete Stelle zu heilen, kommt es zusätzlich zu einer übermäßig schnellen Vermehrung von bestimmten Hautzellen - den sogenannten Keratinozyten. Sie wandern in zehnfacher Geschwindigkeit von der untersten in die oberste Hautschicht (in etwa drei statt 30 Tagen).
  • Diese zu schnelle Zellerneuerung führt dazu, dass sich auf der Hautoberfläche übermäßig viele unreife Hautzellen ansammeln und sich in großer Zahl Schuppen bilden.

Die Gründe für diese krankhafte Reaktion des Immunsystems werden aktuell noch erforscht. Als gesichert gilt, dass ein Zusammenspiel zweier Faktoren für die Entstehung einer Schuppenflechte verantwortlich ist:

  • Genetische Veranlagung - die aber nicht zwingend zu einem Krankheitsausbruch führen muss.
  • Auslöser und Risikofaktoren - die an jeder Schuppenflechte-Entstehung beteiligt sind und die Krankheit sowohl auslösen als auch verschlimmern können.

Was genau hat es mit diesen Schuppenflechte-Ursachen auf sich? Welchen Anteil haben Gene und Risikofaktoren am Krankheitsausbruch?

Die aktuelle Forschung geht von einer genetischen Veranlagung (Disposition) als Schuppenflechte-Ursache aus.1 Zwar existiert kein spezifisches Psoriasis-Gen, die Krankheit selbst ist nicht vererbbar, aber die Veranlagung schon. Die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen weisen darauf hin, dass Schuppenflechte auf einer genetischen Veranlagung beruht:

  • Leiden beide Elternteile an Schuppenflechte, ist das Erkrankungsrisiko deutlich höher (rund 70 Prozent) als bei nur einem betroffenen Elternteil (rund 30 Prozent).2
  • Bei eineiigen Zwillingen liegt das Risiko, dass beide an Schuppenflechte erkranken, bei rund 70 Prozent.3
  • Rund 40 Prozent der Betroffenen stammen aus einer Familie, in der weitere Psoriasis-Fälle aufgetreten sind - was zeigt, dass auch Personen erkranken, in deren Familien noch nie eine Schuppenflechte beobachtet wurde.

Wichtig bei der Schuppenflechte-Ursache ist allerdings: Eine vererbte Neigung bedeutet nicht automatisch, dass die Schuppenflechte im Laufe des Lebens auftritt. Die Krankheit kann mehrere Generationen überspringen, bevor sie wieder auftaucht.

Außerdem gibt es keine Verfahren, die feststellen könnten, in welchem Alter, in welcher Stärke und Form die Krankheit ausbricht. Dies kann sich selbst innerhalb einer Familie unterscheiden. Ungeklärt ist außerdem, welche Erbinformationen genau die Schuppenflechte verursachen.

Allein die Erbanlage führt nicht zu einem Auftreten der Krankheit. Als Schuppenflechte-Auslöser kommen immer äußere oder innere Auslöser hinzu. Meist lösen gleich mehrere sogenannte Risikofaktoren (oder Provokationsfaktoren) einen aktuellen Krankheitsschub aus.

Zu den Auslösern gehören zum Beispiel:

  • Verletzungen der Haut - etwa durch Schnitte oder Verbrennungen
  • Psychische Belastungen - etwa durch den Tod eines Angehörigen, Prüfungsstress oder Arbeitslosigkeit
  • Infekte - etwa Mandelentzündungen, Scharlach oder Angina
  • Hormonschwankungen - etwa in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • Medikamente - etwa mit Wirkstoffen gegen Bluthochdruck, Malaria oder Depression
  • Übergewicht - insbesondere übermäßiges Bauchfett fördert das Entzündungsgeschehen bei Schuppenflechte
  • Alkohol - mittlerweile steht auch der übermäßige Konsum von alkoholischen Getränken in Verdacht, zu den Schuppenflechte-Ursachen zu gehören.

Bei etwa 70 Prozent der Patienten stellen Ärzte mindestens eine Begleiterkrankung fest. Etwa Übergewicht, Bluthochdruck, Gefäßverkalkungen, Diabetes oder Depression.4

Eine Liste bekannter Risikofaktoren finden Sie unter Schuppenflechte-Auslöser!

Schuppenflechte-Auslöser:Was einen Schub hervorrufen kann

Bestimmte Schuppenflechte-Auslöser sind - neben der vererbten Veranlagung - an jedem Krankheitsausbruch beteiligt.

Die Schuppenflechte-Auslöser können zu einem erstmaligen Auftreten der Plaques führen - aber auch neue Schübe hervorrufen oder bestehende verschlimmern.

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Schuppenflechte-Stress:Wege aus dem Teufelskreis

Viele Menschen mit Schuppenflechte erleben einen Teufelskreis, bei dem es zu einer fatalen Wechselwirkung zwischen psychischem Stress und ihrer Erkrankung kommt: Einerseits lösen die Krankheitssymptome Stress aus, andererseits kann Stress die Beschwerden verstärken.

Neben einer korrekten Einstufung des Psoriasis-Schweregrads und einer konsequenten Behandlung helfen spezielle Entspannungstechniken und ein bewusster Umgang mit der Krankheit dabei, den Stress zu bewältigen.

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Schuppenflechte:Stressbewältigung ist Training für die Seele

Um Stress zu reduzieren, gibt es für Menschen mit Schuppenflechte verschiedene Möglichkeiten: Eine Patientenschulung kann dazu helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Zudem können leicht erlernbare Entspannungsverfahren gezielt gegen Stress eingesetzt werden.

Wer starken Leidensdruck verspürt, unter Ängsten und Depressionen leidet, sollte mit einem Psychotherapeuten sprechen. Eine Verhaltenstherapie, die unterstützt, Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen nach und nach zu verändern, ist für Menschen mit Schuppenflechte oft sehr wertvoll.

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Quellen:
  • 1. Bowcock, Krueger: Getting under the skin: the immunogenetics of psoriasis. In: Nature Reviews Immunology. 2005 Sep; 5(9):699-711.
  • 2. Internetseite des Psoriasis Bund Deutschland e. V.: Was ist Psoriasis? URL: http://www.psoriasis-bund.de/wissen/psoriasis/. Zugriff am 9. Oktober 2017.
  • 3. Schön MP, Boehncke WH: Psoriasis. In: N Engl J Med. 2005 May 5;352(18):1899-912.
  • 4. Augustin et al.: Co-morbidity and age-related prevalence of psoriasis: Analysis of health insurance data in Germany. In: Acta Derm Venereol. 2010; 90:147-151.