Diagnose - Arztgespräch

Arztgespräch:So bereiten sich Schuppenflechte-Patienten vor

Je genauer Sie dem Hautarzt mitteilen, welche Erwartungen Sie an die Behandlung haben und wie es Ihnen geht, desto besser kann er den Schweregrad der Schuppenflechte ermitteln und ein geeignetes Medikament verschreiben.

Zur Vorbereitung auf den Arzttermin ist es gut, sich mit Symptomen, Auslösern und Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. So können Sie dem Hautarzt gezielte Fragen stellen und die Schuppenflechte besser verstehen.

Viele Menschen ignorieren gerötete, entzündete Haut, Schmerzen und Schuppenbildung - etwa 30 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte suchen trotz der Beschwerden keinen Hautarzt auf1. Dabei kann die Erkrankung effektiv behandelt werden: Hochwirksame Medikamente beseitigen die Symptome in vielen Fällen komplett und verbessern die Lebensqualität der Patienten erheblich. Wie wird der Termin beim Hautarzt vorbereitet?

Vor der Behandlung steht die exakte Diagnose. Menschen, die unter den typischen Anzeichen einer Schuppenflechte wie Schuppenbildung und eingerissenen, schmerzhaften Hautstellen leiden, sollten ihre Beschwerden vom Hautarzt untersuchen lassen.

Der spezialisierte Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner, um die Schuppenflechte zweifelsfrei zu diagnostizieren und die richtigen Medikamente zu verordnen.

Doch wie finden Menschen mit Schuppenflechte einen Hautarzt, der auf die Behandlung dieser Erkrankung spezialisiert ist und bei dem man sich gut aufgehoben fühlt?

Viele Psoriasis-Spezialisten haben sich in regionalen Psoriasis-Netzwerken zusammengeschlossen, die im Internet unter der Ärztesuche des www.psonet.de auffindbar sind. Das offizielle Ziel dieses Ärzte-Netzwerks besteht in einer Verbesserung der Versorgungsqualität von Menschen mit Schuppenflechte.

Eine weitere Anlaufstelle stellt der Berufsverband der Deutschen Dermatologen dar: Über die Online-Suche lassen sich spezialisierte Hautärzte in der Umgebung finden, wenn man unter „wen oder was?“ das Suchwort „Psoriasis“ eingibt.

Arztsuchende müssen sich darauf einstellen, dass die Anfahrt zu einem auf Schuppenflechte spezialisierten Hautarzt je nach Wohnort auch etwas länger ausfallen kann.

Außerdem bieten mittlerweile zahlreiche spezialisierte Hautkliniken in ganz Deutschland Psoriasis-Sprechstunden für Patienten mit mittelschweren bis schweren Krankheitsverläufen an.

Eine gründliche Vorbereitung auf den Termin beim Arzt ist wichtig. Um in der Sprechstunde keine wichtigen Fragen zu vergessen, ist es nützlich, sich im Vorfeld ausführlich über die Schuppenflechte zu informieren und offene Fragen zu notieren. Seriöse Informationen zur Schuppenflechte gibt es bei:

  • Patientenorganisationen, zum Beispiel der Deutsche Psoriasis Bund e.V., die Informationsbroschüren für Menschen mit Schuppenflechte herausgeben.
  • Internetportalen, die aktuelle Informationen zum Thema Schuppenflechte seriös recherchieren und aufbereiten, wie beispielsweise auf Schuppenflechte-info.de.
  • Wer es ganz genau wissen will, ist mit der Patientenleitlinie vom Deutschen Psoriasis-Bund e.V. gut beraten - die 40 Seiten umfassende Broschüre fasst die Informationen der offiziellen Leitlinie (Empfehlung) für Ärzte zur Behandlung der Schuppenflechte zusammen und bringt die Fakten in eine für medizinische Laien verständliche Form.

Für den Hautarzt ist es hilfreich, wenn Sie zum ersten Termin die wichtigsten Fakten kurz in Stichpunkten zusammenfassen. Zum Beispiel:

  • welche Beschwerden seit wann und wie stark ausgeprägt aufgetreten sind,
  • ob bereits Medikamente dagegen eingenommen und wieder abgesetzt wurden,
  • ob auch andere Familienmitglieder Schuppenflechte haben,

kann die Infos für das Erstgespräch ergänzen.

Um die Ausprägung der Schuppenflechte richtig beurteilen zu können, wird der Hautarzt die Haut am ganzen Körper in Augenschein nehmen. Er stellt Fragen zu Schuppenbildung, Entzündung und Schmerzen.

Damit sie die Symptome und den Schweregrad der körperlichen Schuppenflechte-Beschwerden objektiv bewerten können, nutzen viele Schuppenflechte-Ärzte den sogenannten PASI (Psoriasis Area and Severity Index).

Doch der Schweregrad der Psoriasis wird nicht nur anhand der körperlichen Symptome bestimmt - ebenso wichtig sind psychische Belastungen sowie die Einschränkung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte. Ein international anerkannter Katalog aus zehn Fragen, der den Titel Dermatologischer Lebensqualitäts-Index (DLQI) trägt, hilft dem Hautarzt dabei, die Lebensqualität zu erfassen.

Bei der Beantwortung dieses Fragenkataloges ist es wichtig, dass man vorhandene Einschränkungen - etwa in einer Liebesbeziehung oder im Beruf - offen anspricht und sie nicht verharmlost oder gar verschweigt. Dazu neigen mitunter Menschen mit Schuppenflechte (oder anderen chronischen Erkrankungen), die von ihrem sozialen Umfeld nicht als wehleidig stigmatisiert werden wollen.

Es kommt darauf an, dem Arzt mitzuteilen, wie sehr man unter den Hautveränderungen leidet und wie sehr man durch die Schuppenflechte in alltäglichen Situationen eingeschränkt ist. Der Hautarzt kann nur dann die geeigneten Medikamente verordnen, wenn der Schweregrad der Schuppenflechte richtig bestimmt worden ist.

Patienten sollten ihrem Hautarzt mitteilen, wie zufrieden sie mit der bisherigen Behandlung sind und was sie sich für die Zukunft erhoffen.

Seit einigen Jahren stehen zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Schuppenflechte hochwirksame Medikamente zur Verfügung. Wer mit den bisherigen Behandlungserfolgen unzufrieden ist, sollte seinen Hautarzt nach weiteren Therapieoptionen fragen. Dieser wird dann gemeinsam mit seinem Patienten entscheiden, welche Behandlung geeignet und erfolgsversprechender sein könnte.

Quellen: