Schuppenflechte (Psoriasis)Laut WHO eine der schwersten nichtinfektiösen Krankheiten der Welt

Schuppenflechte beruht auf einer genetischen Veranlagung, sie ist nicht heilbar und geht mit sichtbaren Krankheitszeichen einher. Wer erkrankt ist, leidet oft unter Ausgrenzung und Diskriminierung. Für die weltweit Millionen Betroffenen ist diese nichtansteckende Hautkrankheit deshalb ein harter Schicksalsschlag.

Die WHO führt Schuppenflechte in ihrer Liste der besonders schweren Krankheiten, die international größte Aufmerksamkeit erhalten sollten. Moderne Therapien machen Hoffnung, da sie die quälenden Symptome oft besser lindern können.

Schuppenflechte wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2014 offiziell als schwere nichtinfektiöse Krankheit anerkannt. Sie ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt, allein in Deutschland leben rund zwei Millionen Betroffene. Fast immer verläuft sie chronisch, oft mit heftigen und unübersehbaren Hautentzündungen. Eine Heilung ist nicht möglich. Doch moderne Therapien lindern die Beschwerden oft effektiv oder können die Symptome ganz zum Verschwinden bringen.

Rund um den Globus leiden schätzungsweise 125 Millionen Menschen an Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt. Hinzu kommt, dass Schuppenflechte nicht heilbar ist. Millionen Patientinnen und Patienten sind deshalb auf eine medizinische Versorgung angewiesen, die ihre Beschwerden effektiv lindern oder bestenfalls komplett unterdrücken kann.

Um dieses weltweite Ziel zu erreichen, hat die WHO im Jahr 2014 eine Psoriasis-Beschluss verabschiedet: Die Schuppenflechte wurde als fünfte nichtinfektiöse Krankheit in die WHO-Liste der besonders schweren Krankheiten aufgenommen, auf deren Behandlung eine größtmögliche Aufmerksamkeit liegen sollte.1

Die WHO-Mitgliedsstaaten haben damit anerkannt, dass Schuppenflechte genauso viel beachtet werden soll wie Atemwegserkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Dafür sollen die Regierungen künftig…

  • dabei helfen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Psoriasis zu lenken,
  • aktiv gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Betroffenen vorgehen,
  • die Aktivitäten rund um den Welt-Psoriasis-Tag unterstützen, der jedes Jahr am 29. Oktober stattfindet.

Auf der Haut der Betroffenen treten rötlich-entzündete, verdickte und juckende Stellen mit silbrigen Schuppen auf. Häufig an Kopf, Ellbogen und Knien. Aber auch alle anderen Körperteile können von dieser chronischen Hautkrankrankheit befallen werden.

Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Wer an ihr erkrankt ist, hat eine genetische Veranlagung. Für das Leben der Erkrankten sind die Folgen schwerwiegend:

  • Nach Erkrankungsbeginn verläuft die Schuppenflechte meist in Schüben. Es können immer wieder leichte bis sehr schwere Schübe auftreten.
  • Da die Krankheit mit der Haut das größte und zugleich sichtbare Organ des Menschen betrifft, leiden die Betroffenen nicht nur an den körperlichen Beschwerden, sondern auch an psychischen Belastungen.
  • Aufgrund der sichtbaren Krankheitszeichen werden sie von ihrem Umfeld ausgegrenzt, oft leiden sie unter Depression und sind in ihrer privaten sowie beruflichen Lebensführung stark beeinträchtigt.
  • Bei jedem Dritten entzünden sich neben der Haut zusätzlich die Gelenke (Psoriasis Arthritis), auch die Nägel sind häufig betroffen. Außerdem steigt das Risiko für Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Menschen in jedem Alter können betroffen sein, sowohl Männer als auch Frauen. Doch drei Viertel der Patienten erkranken erstmals vor dem 40. Lebensjahr. Meist sind sie zwischen 15 und 25 Jahre alt und haben Familienangehörige, die ebenfalls unter Schuppenflechte leiden. Diese Patienten leiden unter dem sogenannten Psoriasis-Typ-1 oder Frühtyp, der häufig einen schweren Krankheitsverlauf mit sich bringt.

Wer erstmals nach seinem 40. Lebensjahr erkrankt, leidet unter Psoriasis-Typ-2 (Spättyp). Ein gehäuftes Auftreten innerhalb der Verwandtschaft ist hier seltener zu beobachten.

Was sind die Ursachen?

Schuppenflechte ist nach heutigem Kenntnisstand vor allem genetisch veranlagt. Doch ein spezielles Psoriasis-Gen gibt es nicht. Das Auftreten ist von weiteren Faktoren abhängig, wie beispielsweise psychischen und körperlichen Belastungen, Infektionen, Einnahme gewisser Medikamente, Ernährung oder Alkoholkonsum. Auch mechanische Reize auf der Haut, etwa durch Scheuern oder Kratzen, können die für Schuppenflechte typischen Hautreaktionen (Plaques) hervorrufen.

Lesen Sie weitere Details unter Schuppenflechte-Ursachen!

Wie wird Schuppenflechte behandelt?

Zwar ist Schuppenflechte nicht heilbar, doch sie ist gut therapierbar. Ziel für jede Therapie in den aktuellen Leitlinien ist eine Verbesserung der Beschwerden um 75 Prozent. Aufgrund der hohen Wirksamkeit moderner Therapieverfahren wird mittlerweile eine 90-prozentige Verbesserung (Beschwerdefreiheit) als künftiges Behandlungsziel diskutiert.

Lesen Sie weitere Details unter Schuppenflechte-Therapie!

Schuppenflechte-SymptomeDas sind die typischen Zeichen

Typische Schuppenflechte-Symptome sind entzündlich gerötete, schuppende Hautstellen, die oft mit Juckreiz und Brennen einhergehen. Auch schmerzhafte Risse der betroffenen Hautareale können auftreten.

Am häufigsten betroffen sind die Außenseiten von Knie und Ellenbogen, die Kreuzbeinregion sowie die behaarte Kopfhaut und die Haut hinter und in den Ohren. Aber auch an Nägeln und Gelenken können Schuppenflechte-Symptome auftreten.

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Schuppenflechte-Ursache:Warum ausgerechnet ich?

Als Schuppenflechte-Ursache gilt ein Zusammenspiel von zwei Faktoren: Eine genetische Veranlagung sowie bestimmte Auslöser wie Stress, Infekte und mechanische Reize auf der Haut. Die Krankheit tritt allerdings nicht bei jedem auf, der die Veranlagung hat.

Vollends gelüftet sind die Ursachen noch nicht. Doch immer sind sowohl Gene als auch Auslöser an der Entstehung der Hautkrankheit beteiligt - dabei kommt es zu einer Art Autoimmunreaktion: Die Körperabwehr richtet sich gegen gesunde Hautzellen, die sich daraufhin entzünden und mit übermäßigem Wachstum reagieren.

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Diagnose:Wie der Hautarzt Schuppenflechte erkennt

An erster Stelle stehen eine gründliche Untersuchung des Patienten und eine eingehende Befragung zu den Beschwerden. Häufig kann der Hautarzt die Schuppenflechte-Diagnose bereits durch die Blickdiagnose stellen. Wichtig ist auch die Feststellung des Schweregrades der Schuppenflechte durch den Hautarzt.

In manchen Fällen ist zusätzlich die Untersuchung einer Hautprobe unter dem Mikroskop (Biopsie) nötig. Treten auch Gelenkbeschwerden auf, sind Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke nötig.

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Schuppenflechte-Behandlung:Welche Therapie hilft bei Psoriasis?

Die Schuppenflechte-Behandlung wird in die lokale und die systemische Therapie unterteilt. Bei der lokalen Psoriasis-Therapie werden die Wirkstoffe auf die Haut aufgetragen. Bei der systemischen Therapie werden die Medikamente eingenommen oder gespritzt bzw. per Infusion verabreicht.

Biologisch hergestellte Wirkstoffe, sogenannte Biologika, können laut Studien bei mittelschwerer und schwerer Schuppenflechte mittlerweile eine Verbesserung von 90 Prozent oder mehr erreichen.

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Psoriasis-Formen im Überblick

Schuppenflechte hat viele Gesichter - die einzelnen Psoriasis-Formen lassen sich nach Ausprägung, Aussehen und betroffenen Körperstellen unterscheiden.

80 bis 90 Prozent leiden unter der gewöhnlichen Schuppenflechte, die auch Plaque-Psoriasis genannt wird. Die restlichen Psoriasis-Formen treten seltener auf. Eine Sonderform stellt die Psoriasis-Arthritis dar, die die Gelenke befällt.

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Schuppenflechte-RatgeberTipps für Psoriatiker und Angehörige

Der Schuppenflechte-Ratgeber beleuchtet lebenspraktische Aspekte der systemischen Erkrankung - und liefert Tipps: Hier finden Psoriasis-Patienten und ihre Angehörigen nützliche Informationen für ihren Alltag.

Die Ratgeber-Artikel vermitteln wichtige Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung und aus dem Erfahrungsschatz von Patienten und Hautärzten.

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ServiceAntworten, Adressen & Dokumente

Ist Schuppenflechte ansteckend? Vererbbar? Heilbar? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Psoriasis.

Außerdem gelangen Sie zu den Kontaktadressen großer Psoriasis-Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen - und erhalten Zugriff auf den DLQI-Fragebogen, mit dem Sie Ihre Lebensqualität messen und so ihren Schuppenflechte-Schweregrad bestimmen können.

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Quellen: