Diagnose

Diagnose:Wie der Hautarzt Schuppenflechte erkennt

An erster Stelle stehen eine gründliche Untersuchung des Patienten und eine eingehende Befragung zu den Beschwerden. Häufig kann der Hautarzt die Schuppenflechte-Diagnose bereits durch die Blickdiagnose stellen. Wichtig ist auch die Feststellung des Schweregrades der Schuppenflechte durch den Hautarzt.

In manchen Fällen ist zusätzlich die Untersuchung einer Hautprobe unter dem Mikroskop (Biopsie) nötig. Treten auch Gelenkbeschwerden auf, sind Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke nötig.

Der Hautarzt kann die Schuppenflechte (Psoriasis) häufig bereits per Blickdiagnose erkennen: Die typischen Hautveränderungen, wie eine silbrig glänzende Schuppung und die Bildung roter Flecken, lassen den erfahrenen Diagnostiker sofort an eine Schuppenflechte denken.1,2

Auch die Ausdehnung und die Lokalisation der betroffenen Areale geben dem Hautarzt wichtige Hinweise auf den Schweregrad der Erkrankung. Um die Schuppenflechte-Diagnose abzusichern und gegebenenfalls von anderen Hautkrankheiten abzugrenzen, kann der Hautarzt auch eine Hautgewebeprobe entnehmen oder Laboruntersuchungen durchführen.

Laien können die Symptome mit einem Ekzem oder einer Pilzinfektion der Haut verwechseln. Deshalb sollte man bei Rötungen der Haut, Juckreiz und Schuppen unbedingt zum Facharzt gehen.3

Zu Beginn der Untersuchung wird sich der Hautarzt die veränderten Hautstellen genau ansehen und diese nach ihrem Aussehen und dem örtlichen Auftreten beurteilen. Patienten sollten den untersuchenden Arzt auf versteckte Stellen hinweisen. So können die betroffenen Stellen sich beispielsweise an der behaarten Kopfhaut, dem Bauchnabel oder im After- und Genitalbereich verbergen.

Zudem wird der Hautarzt für eine genaue Schuppenflechte-Diagnose den möglichen Befall der Finger- und Fußnägel beurteilen.

Zusätzlich können die sogenannten Psoriasis-Zeichen ein wichtiger Hinweis bei der Schuppenflechte-Diagnose sein: Wenn man versucht, die schuppigen Plaques vorsichtig mit einem Holzspatel abzuschaben, lösen sich an Kerzenwachs erinnernde Schuppen (Kerzenwachs-Phänomen). Unter den Schuppen tritt ein glänzendes dünnes Häutchen zum Vorschein (Phänomen des letzten Häutchens). Entfernt man dann auch noch dieses dünne Häutchen, kommt es zu punktförmigen Blutungen aus den feinen Blutgefäßen. Dieses Phänomen nennt man „blutiger Tau“.4

In Einzelfällen wird der Hautarzt bei Schuppenflechte zur Absicherung der Diagnosestellung die Untersuchung einer Hautprobe (Biopsie) veranlassen. Hierzu wird unter örtlicher Betäubung eine kleine Hautprobe entnommen, die dann im Labor unter dem Mikroskop auf die Psoriasis-typischen Veränderungen untersucht wird.

Wenn begleitend zu den Hautveränderungen auch Gelenkbeschwerden bestehen, wird der Arzt ergänzende Blutuntersuchungen und eine Röntgenuntersuchung der Gelenke anordnen. Gegebenenfalls wird der Hautarzt die betroffenen Patienten zur weiteren Untersuchung an einen Rheumatologen überweisen.

Nach der eingehenden Untersuchung der Hautveränderungen führt der Hautarzt beim Schuppenflechte-Patienten die sogenannte Anamnese durch. Das heißt, er befragt den Patienten nach aktuellen Beschwerden, den Beginn der Erkrankung, möglichen Hauterkrankungen in der Familie und Faktoren, die die Beschwerden verschlimmern oder bessern.

Um den Befund zu Dokumentieren und spätere Behandlungserfolge beurteilen zu können, verwendet der Dermatologe den sogenannten PASI (Psoriasis Area und Severity Index). Dieser Index ist die offizielle Maßeinheit für die Schwere der Erkrankung als auch für die Dokumentation der Behandlungserfolge. Er ist ein Maß für die Dicke und das Ausmaß der Schuppung, die betroffene Fläche sowie die Rötung der Hautveränderung.

Ein Zahlenwert zwischen 0 und 72 gibt Auskunft über die Schwere der Erkrankung. Werte unter 10 werden als leichte Schuppenflechte eingestuft. Ab einem Wert von 10 spricht man von einer mittelschweren Schuppenflechte. Steigt der Wert über 20, so leiden die Betroffenen an einer schweren Verlaufsform.4

Da aber auch andere Faktoren zur Beurteilung der Lebensqualität beachtet werden müssen, verwendet der Arzt den DLQI (Dermatologischer Lebensqualitätsindex). Dieser Fragebogen umfasst nicht nur die Psoriasis-Symptome, sondern auch die psychische Situation des Patienten sowie die Beeinflussung von persönlichen Beziehungen, täglichen Aktivitäten, Schule und Beruf sowie die Auswirkung der Schuppenflechte-Behandlung.

Schuppen - Wie kommt es zu schuppender Haut?

Krankhaftes Schuppen entsteht durch eine Verhornungsstörung der Haut. Die Zellteilung ist stark beschleunigt, sodass die Zellen der Oberhaut in wenigen Tagen die äußerste Hautschicht erreichen. Normalerweise dauert dieser Prozess einen Monat.

Ob es sich bei Schuppen um Schuppenflechte oder trockene Haut handelt, ist für den Laien manchmal nicht ganz einfach zu erkennen - im Zweifelsfall sollte man den Hautarzt konsultieren.

Weiterlesen

Arztgespräch:So bereiten sich Schuppenflechte-Patienten vor

Je genauer Sie dem Hautarzt mitteilen, welche Erwartungen Sie an die Behandlung haben und wie es Ihnen geht, desto besser kann er den Schweregrad der Schuppenflechte ermitteln und ein geeignetes Medikament verschreiben.

Zur Vorbereitung auf den Arzttermin ist es gut, sich mit Symptomen, Auslösern und Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. So können Sie dem Hautarzt gezielte Fragen stellen und die Schuppenflechte besser verstehen.

Weiterlesen

Schuppenflechte mit PASI, NAPSI und DLQI messen:Was verbirgt sich hinter den Scoring-Verfahren?

Der Hautarzt verwendet den sogenannten PASI, um den Schweregrad der Schuppenflechte festzustellen - und anhand des Ergebnisses die passende Behandlung zu wählen. Wenn auch die Nägel in Mitleidenschaft gezogen sind, kann der NAPSI zu Hilfe genommen werden.

Ein wichtiger Faktor, um den Schweregrad der Schuppenflechte zu beurteilen, ist die Beeinträchtigung der Lebensqualität. Der DLQI misst neben dem Einfluss auf die Psyche auch die Auswirkungen auf Alltag, Freizeitgestaltung, Beruf und persönliche Beziehungen.

Weiterlesen

Leichte Psoriasis oder mittelschwere bis schwere?So unterscheiden sich die Schuppenflechte-Schweregrade

Ärzte unterscheiden bei der Behandlung der Schuppenflechte die Schweregrade leichte Psoriasis und mittelschwere bis schwere Psoriasis. Die Einteilung erfolgt oft mittels wissenschaftlicher Messverfahren, die auf Punktesystemen basieren: Der PASI bewertet beispielsweise die Schwere der körperlichen Beschwerden, der DLQI die Einschränkungen der Lebensqualität des Patienten.

Werte von 10 oder darunter entsprechen jeweils einer leichten Schuppenflechte, Werte über 10 einer mittelschweren bis schweren Erkrankung. Je nach Ergebnis kann die medikamentöse Behandlung sehr unterschiedlich ausfallen - weshalb Patienten negative Krankheitseinflüsse beim Arzt keinesfalls verschweigen sollten.

Weiterlesen

Quellen:
  • 1. Nestle FO, Kaplan DH, Barker J.: Psoriasis. In: N Engl J Med 2009; 361(5):496-509.
  • 2. Shields A et al.: Developing a symptom-based patient reported outcome instrument for use in regulated psoriasis clinical trials. In: JAAD 2011 64:2(suppl 1):AB162.