Symptome - Juckreiz

Schuppenflechte und Juckreiz:Warum die Haut bei Psoriasis juckt

Für rund 80 Prozent aller Patienten mit Schuppenflechte ist Juckreiz ein ständiges Begleitsymptom - für viele ist es sogar das unangenehmste an ihrer Hautkrankheit.

Um einen ausgeprägten Schuppenflechte-Juckreiz zu lindern, kann der Arzt eine medikamentöse Therapie verordnen - aber auch die richtige Hautpflege ist wichtig.

Wer unter Schuppenflechte mit Juckreiz leidet, hat oft mit Schlafmangel zu kämpfen. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöht sich. Doch die Behandlung gestaltet sich schwierig. Wie lässt sich ein ausgeprägter Juckreiz lindern?

Juckende Haut kann wie Folter sein. Nachts sorgt das ständige Verlangen sich zu kratzen für Schlaflosigkeit. Am Tag fällt es schwer, konzentriert zu arbeiten.

Für viele Menschen mit Schuppenflechte ist Juckreiz (lat. Pruritus) das unangenehmste Symptom ihrer Erkrankung. Vor allem wenn diese oft unerträgliche Empfindung länger als sechs Wochen, also chronisch, auftritt.

Denn eine unentwegt juckende Haut kann mit dauerhaften Schmerzen gleichgesetzt werden. Der Leidensdruck ist mindestens genauso hoch, sagen Mediziner.1

Zwar juckt nicht bei jedem Psoriasis-Patienten die Haut - doch wer an Schuppenflechte mit Juckreiz leidet, hat mitunter mit schwerwiegenden Folgen zu kämpfen:

  • Die Betroffenen sind aufgrund des Schlafmangels tagsüber weniger leistungsfähig und ausgeglichen.
  • Sie leiden häufiger an Depressionen.2
  • Sie ziehen sich zurück und meiden soziale Kontakte, was zu Beziehungsproblemen führen kann.
  • Nicht wenige haben Selbstmordgedanken.
  • Durch das kaum vermeidbare Kratzen werden juckende Hautbereiche verletzt, mit Bakterien infiziert und entzünden sich häufiger.

Studien zeigen, dass bei etwa 80 Prozent aller Patienten mit Schuppenflechte Juckreiz eine ständige Begleiterscheinung ist.

Je nach Schweregrad können folgende Methoden einen ausgeprägten Schuppenflechte-Juckreiz lindern:

  • Hautpflege - regelmäßiges Eincremen und Einölen beugt dem Juckreiz vor, indem es ein Austrocknen der Haut verhindert.
  • Kühlen - kalte Umschläge (etwa mit Wasser, Schwarztee oder Apfelessig), Bäder und Duschen lindern Juckreiz, aber auch kühle Raumluft und atmungsaktive Kleidung sind empfehlenswert.
  • Waschen und Putzen - möglichst natürliche Produkte ohne Zusatzstoffe verwenden.
  • Medikamentöse Therapie - bei schwerem Juckreiz verschreiben Ärzte sogenannte Antihistaminika, Kortison-Präparate oder andere Wirkstoffe, die Juckreiz lindern können.
  • UV-Bestrahlung - eine Alternative für Patienten, die keine Medikamente einnehmen dürfen (etwa Schwangere).
  • Ernährung - vor allem Alkohol, scharfe Gewürze und histaminhaltige Lebensmittel (etwa eingelegte und konservierte Lebensmittel, Käse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Schokolade) können zu juckender Haut führen.
  • Akupunktur - kann laut Studien bei einigen Patienten den Juckreiz lindern.
  • Nagelpflege - die Nägel sollten kurz geschnitten werden, um Kratzverletzungen zu vermeiden.
  • Handschuhe - verhindern unbewusstes Kratzen im Schlaf und schützen die Hände beim Arbeiten vor Chemikalien und mechanischen Reizen.

Für die Behandlung gilt einerseits, dass ausgeprägter Juckreiz eine eigenständige Therapiestrategie erfordert; eine akut juckende Haut muss zusätzlich zur Psoriasis behandelt werden. Andererseits lässt sich beobachten, dass der Juckreiz meist zurückgeht, sobald sich die allgemeinen Symptome der Hautkrankheit bessern.

Außerdem sollten sich Betroffene die Wirkungsmechanismen bewusst machen, die den Juckreiz bei Schuppenflechte allmählich verstärken und neue Plaque-Herde hervorrufen können:

  • Die entzündete Psoriasis-Haut ruft einen ersten Juckreiz hervor.
  • Durch das Kratzen vergrößern sich Nervenenden in der Haut (Hypertrophie), was sie empfindlicher macht und den Juckreiz intensiviert.
  • Das verstärkt wiederum das Verlangen, sich zu kratzen, und trainiert zusätzlich das Gehirn dazu, selbst auf winzige äußerliche Reize mit einem Juckreiz zu reagieren.
  • Durch starkes Kratzen kommt es zu heftigen mechanischen Reizungen oder gar Verletzungen der Haut, die neue Psoriasis-Plaques hervorrufen können.

Weitere Tipps für juckende Psoriasis-Haut finden Sie unter Schuppenflechte-Hausmittel für die tägliche Pflege.

Quellen:
  • 2. M. Gupta, N. Schorck, C. Ellis: Depression modulates pruritus perception: a study of pruritus in psoriasis, atopic dermatitis, and chronic idiopathic urticaria. In: Psychosomatic Medicine, 1994 Jan-Feb;56(1):36-40. URL (Abstract): http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8197313. Zugriff am 9. Oktober 2017.