Kleidung bei Schuppenflechte

Kleidung bei Schuppenflechte: Tipps für das richtige Outfit

Falsche Kleidung bei Schuppenflechte kann neue Schübe auslösen – oder bestehende verschlimmern. Die folgenden Tipps zeigen, wie Psoriatiker mit der richtigen Garderobe und Bettwäsche ihre Haut schonen. Und welche Textilien sich eignen.

Jede Schuppenflechte-Erkrankung (medizinisch Psoriasis) verläuft anders – deshalb gilt auch beim Thema Kleidung und Schuppenflechte: Jeder Psoriatiker findet mit der Zeit heraus, welche Kleidung und Bettwäsche der eigenen Haut gut tut. Und welche Materialien und Schnitte die Plaques zusätzlich reizen und besser nicht getragen werden.

Tatsache ist: Falsche Kleidung bei Schuppenflechte kann vorhandene Beschwerden verschlimmern oder sogar neue Schübe hervorrufen.

Gleich mehrere Faktoren bei der Kleiderwahl wirken sich laut Medizinern in vielen Fällen ungünstig auf die Psoriasis-Haut und damit auf die Lebensqualität der Betroffenen aus1:

  • Mechanische Reize können Schuppenflechte-Symptome auslösen: Genau dort, wo etwa raue Kleidung auf der Haut scheuert oder drückt, entstehen Plaques. Mediziner bezeichnen diesen Effekt als Köbner-Phänomen.
  • Hitzestaus aufgrund nicht atmungsaktiver, zu dicker oder eng anliegender Kleidung können Schuppenflechte-Beschwerden buchstäblich anheizen.
  • Kleidung aus Naturfasern gilt bei Schuppenflechte als besser verträglich – bei Textilien aus Kunstfasern kommt es auf die Qualität des verwendeten Materials und die individuelle Verträglichkeit des Betroffenen an.
  • Chemische Substanzen aus Waschmitteln, die als Rückstände in der gewaschenen Kleidung bleiben, führen mitunter zu zusätzlichen Hautirritationen.
  • Empfindliche Stoffe und äußerlich angewandte Medikamente wie Salben mit Teer vertragen sich nicht: Mitunter verfärben schlecht zu waschende oder nicht farbechte Kleidungsstücke von Schuppenflechte-Patienten.

Natürlich ersetzt die Kleiderwahl nicht die Behandlung durch einen erfahrenen Hautarzt, der sich mit allen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten auskennt. Dennoch kann die richtige Kleidung bei Schuppenflechte einen Unterschied ausmachen.

Worauf kommt es im Alltag an? Welche Empfehlungen für die richtige Kleidung bei Schuppenflechte ergeben sich aus den genannten Faktoren?

Bei Schuppenflechte empfiehlt sich luftige Kleidung aus Naturfasern. Baumwolle etwa ist atmungsaktiv und nimmt viel Feuchtigkeit auf, ohne sich auf der Haut feucht anzufühlen. Baumwolle gilt zudem als hautschonendes Material, das nicht kratzt – das Risiko der mechanischen Reizung ist gering.

Auch Kleidung aus anderen feinmaschig gewebten Naturfasern ist bei Schuppenflechte eine geeignete Wahl. So verfügen Leinen und Seide über ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle.

Kleidung aus Wolle vertragen Menschen mit Schuppenflechte hingegen meist weniger gut: Wolle kratzt auf der Haut und ist weniger atmungsaktiv – beides kann Schuppenflechte-Beschwerden provozieren.

Je nach Qualität kann zudem Bekleidung aus Kunstfasern bei Schuppenflechte getragen werden. Mittlerweile sind hochwertige und atmungsaktive Kunstfasertextilien auf dem Markt, die auch für Menschen mit einer Neigung zu stärkerem Schwitzen geeignet sind.

Darunter finden sich sogar speziell für Menschen mit Hautkrankheiten entwickelte Materialien, die die Haut schonen und sogar antibakteriell wirken sollen.

Was für die Kleidung gilt, ist für die Bettwäsche ebenfalls zutreffend: Sie sollte mechanischen Reizen, Hitzestaus und Schweißattacken möglichst entgegenwirken.

Dabei kommt es nicht allein auf die verwendeten Stoffe an, auch die Jahreszeit und die Raumtemperaturen sollten bei der Wahl von Kleidung und Bettwäsche berücksichtigt werden.

Nicht immer liegt es an der Kleidung, auch bestimmte Waschmittel und Weichspüler können sich ungünstig auf Schuppenflechte-Symptome auswirken. Oft bleiben Rückstände von chemischen Substanzen in den Stoffen, die später auf der Haut getragen werden und dort Irritationen hervorrufen.

Mögliche Gegenmaßnahmen:

  • Auf Weichspüler verzichten
  • Auf sensible Waschprodukte umsteigen, die für empfindliche Haut geeignet sind
  • Dosierung der Waschmittel verringern
  • Längere oder zusätzliche Spülgange beim Waschmaschinenprogramm verwenden

Zu eng geschnallte Gürtel und zu stramm geschnürtes Schuhwerk üben Druck auf die Haut aus – und können das bereits erwähnte Köbner-Phänomen auslösen: An der betroffenen Stelle treten kurz danach Symptome auf.

Schuhe sollten weder drücken noch auf der Haut scheuern. Dies trifft ebenfalls für Gürtel zu, sowie für grobe Nähte an Jeans, für Schmuck und Uhrenarmbänder.

Die Kleidung bei Schuppenflechte wirkt sich nicht nur auf die Haut aus, sie ist auch ein wichtiger Faktor für das psychische Wohlbefinden der Betroffenen: Wer etwa unter Kopfhaut-Schuppenflechte leidet, zieht meist hellere Kleidungsstücke an. Darauf fallen die auf die Schultern rieselnden Schuppen weniger ins Auge als auf dunkler Kleidung.

Hinzu kommt: Lange Ärmel und Hosen verdecken mehr Haut – entsprechende Kleidung bietet Sichtschutz für die entzündeten Hautpartien. Betroffene schützen sich so oftmals vor verschämten Blicken und offener Ausgrenzung in ihrem sozialen Umfeld.

Die gute Nachricht lautet: Mittlerweile lassen sich Schuppenflechte-Beschwerden durch die Behandlung bei einem spezialisierten Hautarzt in vielen Fällen sehr gut lindern oder sogar komplett unterdrücken.

Dann steht der freien Kleidungswahl nichts mehr im Wege.

Quelle:

1 U. Mrowietz, G. Schmid-Ott: Schuppenflechte – Was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten. 4. aktualisierte Auflage, Karger 2017, S. 56.