Behandlung - Biologikum

Schuppenflechte-Biologika:Entzündungen stoppen

Schuppenflechte-Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die für die Behandlung von mittelschweren bis schweren Verläufen zugelassen sind.

Biologika-Wirkstoffe beeinflussen die fehlgeleiteten Abwehrreaktionen besonders zielgenau - und können die Beschwerden in vielen Fällen reduzieren.

Schuppenflechte-Biologika greifen zielgerichtet ins Körperabwehrsystem ein - und können entzündliche Reaktionen vor Ort stoppen. Doch wie wirksam sind die modernen Arzneistoffe wirklich? Für welche Psoriasis-Patienten kommt die Behandlung infrage? Und was sind Biologika eigentlich?

Schuppenflechte-Biologika verbessern die Beschwerden von vielen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis deutlich. Dafür sind vor allem folgende Faktoren verantwortlich:

  • Wirksamkeit: Schuppenflechte-Biologika haben sich in Studien als hochwirksame Arzneimittel erwiesen. Sie können eine annähernde Symptomfreiheit und in einigen Fällen auch eine komplette Symptomfreiheit erreichen. Meist verbessern sich die Symptome innerhalb weniger Wochen, wobei jeder Patient unterschiedlich schnell und gut auf die Therapie anspricht.
  • Erst- und Zweitlinienbehandlung: Die Hälfte der Schuppenflechte-Biologika sind ausschließlich für Patienten zugelassen, bei denen andere systemische (innere) Behandlungen nicht zu einer Verbesserung der Symptome geführt haben oder bei denen andere systemische Medikamente aus medizinischen Gründen nicht infrage kommen (Zweitlinienbehandlung). Mittlerweile sind aber auch Biologika für die sogenannte Erstlinienbehandlung zugelassen. Das bedeutet, dass Ärzte sie ohne Einschränkungen für die sofortige Behandlung einer mittelschweren bis schweren Psoriasis verschreiben dürfen.
  • Nebenwirkungen: Die Risiken für schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei Schuppenflechte-Biologika nicht höher als bei konventionellen innerlich anzuwendenden Medikamenten gegen Schuppenflechte. Allerdings kann die Anfälligkeit für Infekte steigen. Patienten mit erkannten aktiven oder verborgenen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Hepatitis müssen zuvor davon geheilt werden, da die Biologika-Behandlung zu einer Verschärfung oder dem Ausbrechen der Infekte führen kann.1
  • Langzeitbehandlung: Wenn regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt durchgeführt und die Schuppenflechte-Biologika gut vertragen werden, können sie als Dauerbehandlung angewendet werden. Eine Unterbrechung der Behandlung kann dazu führen, dass die Erkrankung wieder auf der Haut sichtbar wird.
  • Kombination mit anderen Arzneimitteln: Eine ausschließliche Behandlung mit Schuppenflechte-Biologika (Monotherapie) wirkt in den meisten Fällen ausreichend gut. Wichtig ist aber, dass die behandelnden Ärzte immer auch über die anderen Medikamente informiert sind, die ein Patient zusätzlich einnimmt.

Die Schuppenflechte wird durch Biologika dort unterdrückt, wo sie entsteht. Denn die Eiweißmoleküle der Biologika greifen genau in die Bereiche des Immunsystems ein, die für die entzündlichen Prozesse in der Haut des Psoriatikers verantwortlich sind.

Während bei anderen innerlichen (systemischen) Therapien die Wirkstoffe das gesamte Immunsystem beeinflussen, wirken Schuppenflechte-Biologika gezielt auf bestimmte Zytokine der Körperabwehr:

  • Entweder verhindert das jeweilige Schuppenflechte-Biologikum, dass bestimmte Botenstoffe von der Körperabwehr aktiviert werden,
  • oder es hemmt die Abwehrzellen an der Produktion von Substanzen, die die Entzündungsreaktion einleiten,
  • oder es verringert die Anzahl von entzündungsfördernden Substanzen, um die krankhafte Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems zu stoppen.

Bei einigen Schuppenflechte-Biologika handelt es sich um sogenannte TNF-α-Antagonisten, die die entzündungsfördernde Wirkung des Botenstoffs Tumor-Nekrose-Faktor α unterdrücken.

Wiederum anderen Biologika blockieren die Wirkung sogenannter Interleukine. Diese körpereigenen Botenstoffe steuern die Kommunikation zwischen den Immunzellen.

Die zielgenaue Wirkung der Biologika ermöglicht in einigen Fällen einen vollständigen Rückgang der Beschwerden.

Ein Biologikum (auch Biological) ist ein Medikament, das aus Zellkulturen hergestellt wird. Dabei kommen aufwendige biotechnologische Verfahren zum Einsatz, um spezielle Eiweißstoffe (Proteine) zu produzieren, die den natürlichen Antikörpern unserer Körperabwehr gleichen.2

Folglich kann ein Biologikum sehr zielgerichtet in die Entstehungsprozesse einer Krankheit eingreifen. Es macht entzündungsfördernde Substanzen im Körper unschädlich oder blockiert ihre Ausschüttung durch das Immunsystem.

Mittlerweile lassen sich nicht nur schwere Erkrankungen des Immunsystems wie Schuppenflechte mit Biologika erfolgreich behandeln - auch bei rheumatischen Leiden und Krebserkrankungen kommen diese zum Einsatz.

Quellen:
  • 2 U. Mrowietz, G. Schmid-Ott: Schuppenflechte: Was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten. S. Karger 2012.