Ursachen - Auslöser und Krankheitsgeschehen

Schuppenflechte-Auslöser:Was einen Schub hervorrufen kann

Bestimmte Schuppenflechte-Auslöser sind - neben der vererbten Veranlagung - an jedem Krankheitsausbruch beteiligt.

Die Schuppenflechte-Auslöser können zu einem erstmaligen Auftreten der Plaques führen - aber auch neue Schübe hervorrufen oder bestehende verschlimmern.

Eine Mandelentzündung, ein Medikament gegen Bluthochdruck, ein zu enger Gürtel oder ein Trauerfall in der Familie: Viele innere und äußere Auslöser kommen infrage, wenn sich die entzündlichen Plaques auf der Haut bilden. Dabei treten stets mehrere dieser sogenannten Psoriasis-Trigger gleichzeitig auf. Hier eine Liste mit anerkannten und diskutierten Risikofaktoren.

Als häufige Auslöser gelten Infektionen und andere, oftmals unentdeckte Krankheiten. Rund 70 Prozent der Psoriasis-Patienten leiden unter mindestens einer weiteren Begleiterkrankung.1

In der Fachliteratur werden vor allem folgende Krankheiten und Infekte erwähnt, die als Provokationsfaktoren für eine Psoriasis infrage kommen:2

  • Erkältungen und Atemwegserkrankungen - vor allem Bronchitis oder Mandelentzündung durch eine Streptokokkeninfektion
  • Andere Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze - wie Herpes, Masern, Scharlach, Windpocken, Grippe und Röteln
  • Chronische Infektionen - etwa der Zahnwurzeln, Harnwege, Nasennebenhöhlen, Mittelohren und des Darms
  • Ekzeme
  • Diabetes
  • Gefäßverkalkungen
  • Depressionen (siehe auch Abschnitt „Psyche und Stress“ weiter unten)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Aids

Bestimmte Medikamente können Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern:1,2,

  • Blutdrucksenkende Arzneimittel (etwa Betablocker, ACE-Hemmer und Kalziumkanalblocker)
  • Antidepressiva (etwa Lithium)
  • Cholesterin-senkende Wirkstoffe (etwa Statine)
  • Malaria- und Rheuma-Medikamente (etwa Chloroquin)
  • Bestimmte Antibiotika (etwa Makrolide)

Eine mechanische Reizung der Haut ruft bei zahlreichen Psoriatikern Plaques hervor - und zwar genau an der Stelle, an der die Reizeinwirkung erfolgte. Dieses sogenannte Köbner-Phänomen gilt als ein Schuppenflechte-Auslöser - und tritt beispielsweise auf bei:3

  • Schnittverletzungen - etwa beim Schneiden mit einem Messer oder durch chirurgische Operationen
  • Schürfwunden und Risse - etwa durch Stürze, Bisse oder Kratzen der Haut
  • Verbrennungen - etwa durch Feuer, heißes Wasser und übermäßige Sonneneinstrahlung
  • Druck - etwa durch enge Gürtel, Schuhe oder Arbeiten auf Knien
  • Reibung - etwa durch scheuernde Kleidung oder Kratzen der Haut
  • Injektionen und Stiche - etwa durch Spritzen bei Impfungen, Nadelstichen bei Akupunktur-Behandlungen und Tätowierungen
  • Verätzungen und chemische Reizungen - etwa durch aggressive Chemikalien in Putzmitteln
  • Erfrierungen

Psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen treten häufig als Folge einer Schuppenflechte auf - doch andersrum gelten psychische Belastungen auch als Schuppenflechte-Auslöser.

Stress, Angst und Trauer können zu einem erstmaligen Krankheitsausbruch führen, neue Schübe hervorrufen oder bestehende Plaques verschlimmern. Zu den sogenannten psychosozialen Triggern der Psoriasis gehören beispielsweise:

  • Prüfungsangst und -stress
  • Tod eines Angehörigen
  • Trennung vom Lebenspartner
  • Arbeitsplatzverlust
  • berufliche und finanzielle Belastungen
  • Konflikte im Lebensumfeld
  • Depressionen

Lesen Sie weitere Details unter Schuppenflechte und Psyche: Wenn Stress unter die Haut geht.

Einige Risikofaktoren konnten noch nicht zweifelsfrei durch Studien als Schuppenflechte-Auslöser identifiziert werden. Doch laut Erfahrungsberichten von Patienten und Medizinern weltweit sind folgende Trigger regelmäßig an Krankheitsausbrüchen und -schüben beteiligt: 1,4

  • Bestimmte Genuss- und Lebensmittel - etwa Alkohol, scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte
  • Rauchen
  • Klima und Jahreszeiten - kalte trockene Luft gilt als Risikofaktor, während sich das Hautbild in den Sommermonaten durch die erhöhte Sonneneinstrahlung bessert (siehe auch Lichttherapie gegen Schuppenflechte: Wie wirkt die UV-Bestrahlung?)
  • Hormonschwankungen - etwa durch Schilddrüsenerkrankungen, Menstruation, Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahre
Quellen:
  • 1. Augustin et al.: Co-morbidity and Age-related Prevalence of Psoriasis: Analysis of Health Insurance Data in Germany. In: Acta Dermato-Venereologica. 2010; 90:147-151.
  • 2. E. Christopher et al.: Psoriasis - auf einen Blick. Thieme 2003. S. 19f.
  • 3. I. Moll (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie. Thieme, 2005. S. 463.
  • 4. P. Altmeyer: Psoriasis vulgaris. In: Die Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. URL: http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/artikel?id=3369. Zugriff am 4. September 2015.