Ratgeber - Sport

Schuppenflechte und Sport - eine gute Kombination?

Regelmäßiges moderates Ausdauertraining hat einen positiven Einfluss auf die Schuppenflechte. Sport kann zudem dazu beitragen, das Risiko für stoffwechselbedingte Begleiterkrankungen zu reduzieren.

Eine Studie konnte zeigen, dass Sport gegen Schuppenflechte hilft: Sowohl das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken, als auch der Verlauf einer bestehenden Schuppenflechte konnten positiv beeinflusst werden.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, Schuppenflechte und Sport sind eine gute Kombination. Verschiedene Untersuchungen konnten zeigen, dass sich regelmäßige sportliche Betätigung - in der Gruppe oder allein - positiv auswirkt und die Symptome der Schuppenflechte nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Bei einigen Ausdauersportarten konnte sogar eine Besserung der Symptome erreicht werden.

Sport hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und hilft uns, fit und in Form zu bleiben. Zudem hat sportliche Betätigung einen positiven Einfluss auf unsere Psyche.

Menschen mit Schuppenflechte sind da keine Ausnahme, obschon Betroffene mit Sport und körperlicher Aktivität oft zurückhaltend sind. Die Befürchtung, dass Sport die Schuppenflechte-Symptome verschlechtern könnte, ist bei Betroffenen weit verbreitet.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Studien konnten zeigen, dass moderater, regelmäßig ausgeübter Ausdauersport die Symptome positiv beeinflusst. Bei Schuppenflechte kann Sport möglicherweise die Genregulation und den Stoffwechsel positiv beeinflussen und so auch Begleiterkrankungen der Schuppenflechte wie Übergewicht, Bluthochdruck und Zuckerstoffwechselstörungen vorbeugen.1

Selbstverständlich sind nicht alle Sportarten gleichermaßen gut geeignet. So ist zum Beispiel Schwimmen, wegen des mit Chlor versetzten Wassers, eher ungünstig für Menschen mit Schuppenflechte.

Sportarten, bei denen Stürze und Verletzungen an der Tagesordnung sind, wie Fußball oder Volleyball, sind nicht optimal geeignet, da durch Verletzungen neue Herde entstehen können.

Mit entsprechender Sportkleidung, zum Beispiel Knie-, Ellbogen- und Schienbeinschützer, können Betroffene aber auch solche Sportarten ausüben. Auch das Auftragen von schützenden Pflegecremes auf betroffene Areale kann helfen, lokale Reizungen beim Training zu vermeiden.

Damit es nicht zu einer Verschlechterung der Symptome kommt, sollte bequeme, leichte Sportkleidung getragen werden.

Besonders Bereiche wie die Leistengegend oder die Brüste sind sehr empfindlich und sollten nicht durch feuchte, scheuernde Kleidung gereizt werden. Hightech-Sporttextilien aus Polyester mit Silberfasern, die das Bakterienwachstum hemmen, sind besser geeignet als Sportkleidung aus Baumwolle.

Menschen mit Schuppenflechte sollten beim Sport im Freien auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten. Hier sind schützende Textilien oft besser verträglich als Sonnenschutzcremes.

Nach dem Training sollte die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflegelotion verwöhnt werden, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Eine Studie mit über 800 Teilnehmern konnte sogar zeigen, dass regelmäßige sportliche Betätigung das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken, reduzieren kann.

Bei bereits Erkrankten konnte regelmäßiges Ausdauertraining sowohl den Verlauf der Schuppenflechte als auch die Entstehung von stoffwechselbedingten Begleiterkrankungen positiv beeinflussen.1

Was sportliche Psoriasis-Patienten beachten sollten:

  • Holen Sie sich Rat bei einem auf Schuppenflechte spezialisierten Hautarzt - er kennt Ihre gesundheitliche Situation und weiß, welche Sportarten geeignet sind.
  • Achten Sie darauf, dass Ihnen die Sportart Spaß macht - wenn Ihnen Mannschaftssport nicht liegt, suchen Sie sich Alternativen.
  • Bauen Sie moderate sportliche Aktivitäten regelmäßig in Ihren Alltag ein - das hilft weitaus mehr als kurzzeitige Extrembelastungen.
  • Treiben Sie gemeinsam mit Menschen Sport, die Sie mögen.
  • Lassen Sie sich aufgrund Ihrer Erkrankung nicht abschrecken - sogar Leistungssport ist möglich, das zeigen Beispiele wie die Profi-Schwimmerin Dara Torres oder die Fußballerin Ariane Hengst.
Quelle:
  • 1. Balato N et al.: Psoriasis and Sport: a new ally?; J Eur Acad Dermatol Venerl, 2015 Mar; 29(3):515-520