Behandlung - Kur

Schuppenflechte-Kur:Wie funktioniert die Klimatherapie?

Eine Schuppenflechte-Kur in einem spezialisierten Therapiezentrum kann körperliche und psychische Beschwerden lindern.

Laut der offiziellen AWMF-Leitlinie sollten Klimatherapien vor allem in die Behandlung von langjährig erkrankten Betroffenen integriert werden.

Nordsee, Totes Meer oder Alpen: Meistens kombiniert eine Schuppenflechte-Kur ein sonnenreiches Klima mit einer Bädertherapie in salzhaltigem Wasser. Beantragt wird die mehrwöchige Reha-Maßnahme bei der Rentenversicherung oder Krankenkasse - damit die Kosten übernommen werden, müssen behandelnde Ärzte allerdings sorgfältig die medizinische Notwendigkeit begründen.

Wenn von einer Schuppenflechte-Kur gesprochen wird, ist meist die Klimatherapie gemeint: Der Hautarzt verordnet dem Psoriasis-Patienten den Aufenthalt an einem Ort, wo er besondere klimatische Bedingungen und Heilmittel vorfindet, die seine Krankheitsbeschwerden lindern können.

Dazu gehören vor allem Regionen mit viel Sonnenlicht sowie salz- und mineralhaltigen Gewässern. Kurorte mit Angeboten für Psoriatiker finden sich zum Beispiel:

  • an der Nord- und Ostsee
  • am Toten Meer (in Israel)
  • im Hochgebirge (etwa im schweizerischen Davos)
  • in Osteuropa (etwa in Ungarn)

Veranstaltet wird die Schuppenflechte-Kur von einer spezialisierten Therapieeinrichtung vor Ort. Geschultes medizinisches Personal begleitet den Patienten während seines mehrwöchigen Kur-Aufenthalts.

Während der Kur wird die Haut täglich mit den ortsspezifischen natürlichen, aber auch mit bewährten dermatologischen und rheumatologischen Heilverfahren behandelt. Oft kommen psychologische Gesprächsangebote und Schulungen hinzu, in denen die Patienten lernen, mit ihrer Erkrankung so umzugehen, dass sie sich möglichst wenig belastend auf ihr Leben auswirkt.

Schon vor rund 200 Jahren verordneten deutsche Ärzte Klimatherapien gegen Hautleiden. Auch die moderne Medizin ist von diesem traditionsreichen Therapieansatz überzeugt: Für die Schuppenflechte-Kur eignet sich laut der AWMF-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris vor allem eine Kombination von sonnenreichem Klima und Balneotherapie (Bädertherapie). So haben Studien die Wirksamkeit von Psoriasis-Klimatherapien am Toten Meer eindeutig belegt.1

In der Leitlinie wird deshalb empfohlen, Klimatherapien „in das Behandlungskonzept von Patienten mit über Jahre bestehender therapiebedürftiger Psoriasis vulgaris“ zu integrieren. Wenig geeignet seien sie hingegen, um einen akuten Krankheitsschub kurzfristig zu behandeln.

Eine Kur unterstützt die Patienten dabei, neue Kraft zu sammeln, die sie für die Bewältigung ihres Alltags mit der unheilbaren Krankheit benötigen.

Eine Schuppenflechte-Kur gehört zu einem wichtigen Eckpfeiler der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland: der Rehabilitation. Gesetzliche Krankenkassen, Unfall- und Rentenversicherungen sind verpflichtet, Rehabilitationsleistungen zu übernehmen, sofern sie sich medizinisch begründen lassen.

Wer eine Schuppenflechte-Kur beantragen möchte, sollte dieses Vorhaben mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Dieser muss dem jeweiligen Kostenträger die medizinische Notwendigkeit der Reha-Maßnahme darlegen. In vielen Fällen ist die Rentenversicherung des Betroffenen zuständig. Manchmal aber auch seine Krankenkasse, etwa bei einer Eltern-Kind-Kur.2

Eine ausführliche Anleitung und viele nützliche Informationen für die Antragstellung liefert der Arbeitskreis Gesundheit e. V. unter www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Quellen: