Behandlung - Creme und Shampoo

Äußere Behandlung:Welche Creme wirkt gegen Schuppenflechte?

Die äußerliche Behandlung ist der erste Therapie-Schritt bei Psoriasis: Zum Einsatz kommen Lotionen, Lösungen, Gels, Salben und Cremes gegen Schuppenflechte.

Empfohlene und bewährte Wirkstoffe sind in der offiziellen S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris aufgeführt. Die Anwendungsgebiete unterscheiden sich je nach Krankheitsbild.

Kortison? Teer? Vitamin D? Welche Salbe oder Creme gegen Schuppenflechte am besten wirkt, hängt vom enthaltenen Wirkstoff und von den Beschwerden ab. Auch Lotionen und Gels kommen infrage. Es gilt: Bei einer leichten Psoriasis ist die äußere Therapie die erste Wahl.

Bei der äußeren Psoriasis-Therapie (auch Lokaltherapie oder topische Therapie genannt) werden die Wirkstoffe - etwa in Form einer Creme gegen Schuppenflechte - direkt auf die erkrankte Haut aufgetragen.

Ärzte beginnen meistens mit dieser Art der Behandlung. Nur wenn sie zu keiner deutlichen Verbesserung oder vollständigen Abheilung der Beschwerden führt, wird eine innere (systemische) Therapie erwogen. So sieht es die offizielle Behandlungsempfehlung der Hautärzte, die S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris vor. Sie empfiehlt die topische Behandlung bei leichten Krankheitsbildern.1

Ob Salbe, Gel, Lotion, Shampoo oder Creme gegen Schuppenflechte eingesetzt werden: Neben der obligatorischen Hautpflege kennt fast jeder Psoriasis-Patient auch Medikamente zur äußeren Anwendung auf der Haut.

Zwar sind bei mittelschweren bis schweren Verläufen Medikamente für die innere Anwendung in Form von Tabletten oder Spritzen mittlerweile sehr viel wirksamer. Doch Cremes gegen Schuppenflechte gelten deshalb weder bei Medizinern noch bei Patienten als überflüssig.2

Die richtige Wahl der äußerlich angewandten Medikamente ist deshalb für viele Patienten von erheblicher Bedeutung.

In welcher Darreichungsform die äußere Therapie erfolgen sollte, hängt vom jeweiligen Krankheitsbild ab:

  • Creme gegen Schuppenflechte - da sie nicht so fetthaltig wie Salben sind, kommen Cremes vor allem bei nicht sehr trockenen Plaques zum Einsatz.
  • Gel, Lösung oder Lotion gegen Schuppenflechte - vor allem behaarte Hautpartien (etwa am Kopf) werden so behandelt. Bei Nagelpsoriasis werden oft Lösungen verschrieben.
  • Salbe gegen Schuppenflechte - aufgrund ihres erhöhten Fettanteils sind Salben gegen Schuppenflechte vor allem bei besonders trockenen, stark schuppenden Plaques empfehlenswert.

Wichtig bei der Anwendung der äußeren Therapie ist die Vorbereitung: Damit die Wirkstoffe einer Schuppenflechte-Creme überhaupt in die Haut gelangen, müssen die Plaques entschuppt werden. Dafür gibt es spezielle Cremes, Shampoos oder Mittel für Bäder, die vor allem Harnstoff, Salicylsäure oder bestimmte Öle enthalten.

Welcher Wirkstoff in einer Salbe, Lotion oder Creme gegen Schuppenflechte steckt, hängt vom jeweiligen Präparat ab.

In der offiziellen „Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris“ des AWMF werden folgende Wirkstoffe für die äußerliche Behandlung beschrieben - sie finden sich in den zahlreichen Lotionen, Salben und Cremes gegen Schuppenflechte:1

  • Calcineurin-Inhibitoren (auch topische Immunmodulatoren, kurz TIM) - diese Substanzen sind zwar offiziell nur für die Neurodermitis-Behandlung zugelassen. Jedoch werden sie aufgrund ihrer in Studien belegten Wirksamkeit in begrenztem Rahmen auch außerhalb ihrer Zulassung gegen Schuppenflechte verschrieben.

    Empfohlenes Einsatzgebiet: Nur bei Schuppenflechte in Hautfalten und im Gesicht (an Körperstellen, die besonders empfindlich auf Kortison reagieren).
  • Dithranol - ein künstlich hergestelltes (synthetisches) Teer, das seit knapp 100 Jahren als Creme gegen Schuppenflechte verabreicht wird. Dithranol kann die vermehrte Zellteilung hemmen, die durch die Hautentzündung angestoßen wird.

    Empfohlenes Einsatzgebiet: Im Krankenhaus bei leichter bis mittelschwere Psoriasis vulgaris.
  • Glukokortikosteroide - dabei handelt es sich um Kortison, das kurzfristig effektiv gegen akute Entzündungsherde wirkt, aber aufgrund der Nebenwirkungen (z.B. Dünnerwerden der Haut) nur exakt der ärztlichen Empfehlung gemäß angewandt werden sollte.

    Empfohlenes Einsatzgebiet: Bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis vulgaris.
  • Vitamin D3 - künstlich hergestelltes Vitamin D3 wirkt laut Studien ähnlich effektiv wie mittelstark dosierte Kortison-Präparate, bei geringerer Nebenwirkungsrate.

    Empfohlenes Einsatzgebiet: Bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis vulgaris.

Aufgeführt werden in der Leitlinie außerdem die Wirkstoffe Tazaroten, ein Vitamin-A-Analogon, das allerdings in Europa nicht mehr erhältlich ist, sowie Steinkohlenteer, der laut einigen Studien jedoch womöglich mit einem Krebsrisiko verbunden sein könnte und deshalb laut Leitlinie allenfalls „in Einzelfällen ausnahmsweise“ mit einer Lichttherapie kombiniert werden sollte.

Die Kopfhaut gehört zu den Stellen am Körper, an denen eine Psoriasis besonders häufig auftritt. Aufgrund der dichten Behaarung kann eine Salbe oder Creme gegen Schuppenflechte dort nur eingeschränkt wirken. Zum Einsatz kommen spezielle Lotionen und Lösungen - aber auch Shampoos.

Ein medizinisches Shampoo gegen Schuppenflechte ist empfehlenswert, wenn Öle, Salicylsäure-Lösungen oder Basiscremes die Schuppen nicht erfolgreich entfernen können.

In Schuppenflechte-Shampoos, die der Hautarzt verschreibt, sind meist Kortison, künstlich hergestelltes Vitamin D3 oder Steinkohlenteer enthalten. Welches Produkt sich am besten eignet, sollte in einem Beratungsgespräch in der Praxis ermittelt werden.

Weitere Details lesen Sie unter: Psoriasis capitis - Wenn bei Schuppenflechte die Kopfhaut leidet.

Quellen: